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Stadtbezirke

Die Fahrbibliothek Stuttgart hat Haltestellen in fast allen Stadtbezirken Stuttgarts, die mit zwei Bibliotheksbussen wöchentlich nachmittags angefahren werden.

Hier finden Sie Informationen zu diesen Stuttgarter Stadtbezirken und genaue Angaben zu den Haltestellen der Bibliotheksbusse.

Foto: B. Weinmann

Bad Cannstatt

Bad Cannstatt mit seinen 18 Stadtteilen - darunter Burgholzhof, Steinhaldenfeld und Sommerrain - ist der größte und älteste Stadtbezirk Stuttgarts.
Am 1. April 1905 mit Stuttgart vereinigt, blickt die bis dahin selbständige Oberamtsstadt auf eine lange und reiche Geschichte zurück, und dies nicht erst seit der Erhebung zur Stadt durch Kaiser Ludwig IV., der Bayer, im Jahr 1330.

Steinzeitliche Jäger, Kelten, Römer und Alemannen hatten sich dort schon Jahrhunderte vorher niedergelassen. Neben dem lebendigen historischen Stadtkern gibt es zahlreiche attraktive Sehenswürdigkeiten und Ereignisse, die Besucher anziehen.
 
Wasser und Wein
Das "Bad" im Ortsnamen verdankt der Stadtbezirk den zahlreichen Mineralquellen. Zwar ist die große Blütezeit Bad Cannstatts als berühmtes Kurbad mit dem Einzug der Industrialisierung wieder zu Ende gegangen. Doch auch heute noch können Stuttgarter und auswärtige Gäste in Mineralbädern, wie dem Leuze, dem Mineralbad Cannstatt und dem Mineralbad Berg, das heilsame Wasser genießen.
Neben dem Wasser spielt der Wein seit jeher eine nicht zu verachtende Rolle in Bad Cannstatt. Lagennamen wie "Cannstatter Zuckerle" und "Cannstatter Berg" sind weit über Württembergs Grenzen hinaus bekannt, auch wenn der Rebensaft überwiegend direkt vor Ort getrunken wird.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Bad Cannstatt ist auf dem Burgholzhof in der James-F.-Byrnes-Straße bei der SSB-Haltestelle immer Freitags von 15.30 - 17.00 h

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Hallschlag ist im Römerkastell immer Freitags von 14.15 - 15.15 h

Birkach

Birkach gehört zu den kleinsten der Stuttgarter Bezirke, wurde am 1. April 1942 eingemeindet und wird seit 1946 in Personalunion mit Plieningen verwaltet. In dem gemütlichen Fildervorort merkt man noch nichts vom Trubel der nahe gelegenen Großstadt und kann die idyllische, ruhige Lage genießen.

Geschichte
In Birkach schaut man auf eine lange Geschichte zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1140. 150 Jahre später wurde Birkach an das Kloster Bebenhausen verkauft. Im 18. Jahrhundert gründete ein Birkacher Pfarrer die erste Industrieschule Württembergs, in der Kinder den Umgang mit dem Spinnrad lernten. Von dieser Schule ausgehend gab es im 19. Jahrhundert in Birkach zwar zahlreiche Weber, die Industrialisierung konnte in dem kleinen Dorf aber kaum Fuß fassen.

Die evangelische Dorfkirche ließ der katholische Herzog Carl Eugen 1779 für seine protestantische Gattin Franziska von Hohenheim errichten. Zu dieser Zeit war Birkach noch ein Straßendorf mit der Alten Dorfstraße als Zentrum. Im 20. Jahrhundert konnte der Ort seine Einwohnerzahl schnell verdoppeln und vergrößerte sich durch umfangreiche Neubauten.
 
Birkach heute
Der Bezirk Birkach gilt als besonders familienfreundlich. Neben zahlreichen Kinderspielplätzen gibt es hier auch eine Jugendfarm. Während der Erweiterung Birkachs entstand auch der Stadtteil Schönberg. Der Wohnplatz Kleinhohenheim war früher königliches Gestüt für Rindviehzucht. Heute ist dieses Gebiet an die Universität Hohenheim verpachtet, die es bewirtschaftet.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Birkach ist beim Parkplatz Grüningerstraße/Moosheimerstraße bei der Grundschule immer Dienstags von 16.30 - 17.45 h

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Asemwald ist bei der SSB-Haltestelle am Fuß der Füßgängerüberführung immer Dienstags von 18.00 - 18.30 h

Hedelfingen

Die erste Nennung Hedelfingens stammt zwar "erst" aus dem Jahr 1246, doch man weiß, dass der Ort schon vorher bekannt war.

Geschichte
Während der Römerzeit verlief durch Hedelfingen die "Venezianische Handelsstraße", auf der der gesamte Güterverkehr zwischen Venedig und Amsterdam ablief. Jahrhunderte lang war in Hedelfingen außerdem der Einstellplatz der Post von Thurn und Taxis. Lange Zeit lebten hier überwiegend Kleinbauern und Weingärtner.

Eingemeindet wurde Hedelfingen am 1. April 1922.
 
Hafen, Wein und Kirche
Heute gehört aufgrund der günstigen Lage des Ortes am Neckar ein Großteil des in den 50-er Jahren gebauten Neckarhafens zu Hedelfingen. Dem Wein- und Obstanbau ist man aber treu geblieben. Sowohl Hedelfingen selbst als auch der Stadtteil Rohracker verfügen über eine eigene Weingärtnergenossenschaft.

Einen Besuch wert ist aber nicht nur eine Weinprobe, sondern auch die Alte Dorfkirche Hedelfingen. Ihre ältesten Teile stammen aus dem 13. Jahrhundert. 1966 entdeckte man bei Renovierungsarbeiten in Schiff und Chor bemerkenswert gut erhaltene Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Hedelfingen ist in der Amstetter Straße vor der Bank immer Donnerstags von 13.30 - 14.45 h

Rohracker
Die Bewohner des Stadtteils Rohracker werden bis heute auch Welschkorneber genannt, da hier früher der Mais, das Welschkorn, angepflanzt wurde und Welschkornbrei fast täglich auf dem Speiseplan stand.
Auch Rohracker hat ein sehenswertes Gotteshaus. Die Bernhardskirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut und im 17. Jahrhundert barock umgestaltet. Bei Renovierungen in diesem Jahrhundert ist die spätgotische Gestalt wieder hergestellt worden.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Rohracker ist in der Tiefenbachstraße 19 neben der Feuerwehr immer Dienstags von 13.30 - 15.00 h

Mühlhausen

Der Stadtbezirk Mühlhausen mit seinen derzeit knapp 26.000 Einwohnern liegt im Nordosten der Stadt und besteht aus fünf sehr unterschiedlichen Stadtteilen.
Der namensgebende Stadtteil wird in einer Traditionsnotiz aus dem Jahre 708 unter dem namen Biberburg zum ersten Mal erwähnt.

Wie der Name vermuten lässt, ist die wirtschaftliche Geschichte Mühlhausens eng mit dem Neckar und der damit verbundenen Möglichkeit des Betreibens von Mühlen verbunden. Von den einst mehreren Mühlen ist leider keine mehr vorhanden.

Die beiden Burgen (Engelburg und Heidenburg) sind heute nur in Fragmenten erhalten. Die Walpurgiskirche, die auf den Mauern der Heidenburg entstanden ist, ist seit der Zerstörung im II.Weltkrieg mit der Turmruine Wahrzeichen und Mahnmal.

Erhalten ist das Palmsche Schloss aus dem Jahre 1813, das auf den Fundamenten einer älteren Anlage errichtet wurde und seit 1989 als Bezirksrathaus dient.

Ein besonderes Kleinod ist die gotische Veitskapelle aus dem Jahre 1380, die mit ihren reichen Wandmalereien und Altären in Stuttgart und selbst in Württemberg ihresgleichen sucht. Sie hat zum großen Glück die reformatorischen Bilderstürme ebenso überstanden, wie das Bombardement 1943.

Mühlhausen ist auch heute noch Mittler zwischen Tradition und Moderne, immer noch geprägt von Weinanbau und Landwirtschaft und funktionierenden lokalen Strukturen aber auch geprägt von der Zugehörigkeit zur Großstadt.

Mühlhausen ist seit 1933 Teil der Stadt Stuttgart und hat derzeit 3.200 Einwohner.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Mühlhausen ist in der Arnoldstraße vor der Turnhalle immer Freitags von 13.30 - 14.00 h

Obertürkheim

Der an der östlichen Grenze des Stadtgebiets gelegene Stadtbezirk Obertürkheim setzt sich aus den Markungen Obertürkheim und Uhlbach zusammen. Obertürkheim wurde erstmals im Jahre 1279 urkundlich erwähnt. Ähnlich wie in den benachbarten Neckarvororten bildete die Landwirtschaft und dabei insbesondere der Weinbau die wichtigste Erwerbsgrundlage der Bevölkerung, bis auch dieser Ort seit Mitte des 19. Jahrhunderts Teil der Industrieachse wurde.

Charakter des Stadtbezirks
Neben dem im Jahr 1922 nach Stuttgart eingemeindeten Obertürkheim zählt auch die bis zum Jahr 1937 eigenständige Weinbaugemeinde Uhlbach zum heutigen Stadtbezirk Obertürkheim. Während Uhlbach durch seine vergleichsweise isolierte Lage seinen ländlichen Charakter nahezu vollständig erhalten hat, wurde Obertürkheim durch Ansiedlung zahlreicher Industriebetriebe stark geprägt.

Mit dem Weinbaumuseum der Stadt Stuttgart, das in der 1907 erbauten Kelter von Uhlbach untergebracht ist, besitzt der Stadtbezirk  eine besondere Attraktion. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Obertürkheimer Petruskirche und die Uhlbacher Andreaskirche, die beide aus dem 15. Jahrhundert stammen sowie das ehemalige Uhlbacher Rathaus aus dem Jahr 1612, in dem seit 2004 auch wieder standesamtliche Trauungen durchgeführt werden.

Durch die reizvolle Topografie zwischen Neckartal und den Ausläufern des Schurwaldes, umgeben von Weinbergen bester Lage, sowie durch die zahlreichen Spazierwege und Einkehrmöglichkeiten haben sich Obertürkheim und Uhlbach zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Stuttgarter entwickelt.
 
Stadtplanung
Abgesehen von einzelnen Arrondierungen der bestehenden Siedlungsfläche ist eine weitere Siedlungsexpansion des Stadtbezirkes nicht mehr möglich. Vorhandene Baulücken können noch geschlossen werden. Eine städtebauliche Aufwertung Obertürkheims erfolgte durch die 1984 begonnene und 1999 abgeschlossene Ortskernsanierung.

Mit der Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur wie zum Beispiel der Umgestaltung der Straßenzüge, dem Bau einer Ballspielhalle, der Sanierung der Turn- und Versammlungshalle Obertürkheim, der Umgestaltung des Uhlbacher Platzes, der Erhöhung des Angebotes an Plätzen in Kindertageseinrichtungen bzw. Kindergärten sowie durch ein neues Feuerwehrgerätehaus wird die Lebensqualität weiter erhöht. Ein wichtiges Ziel für die Zukunft ist auch, den örtlichen Einzelhandel weiter zu fördern und zu stärken.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Obertürkheim ist in der Fußgängerzone vor dem Brita-Hotel immer Freitags von 16.30 - 17.15 h

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Uhlbach ist in der Asangstraße gegenüber der SSB-Haltestelle immer Montags von 14.00 - 15.30 h

Sillenbuch

Erstmals genannt wird Sillenbuch in einer Urkunde aus dem Jahr 1264. Schon damals scheint der große Buchenwaldbestand in dem flächenmäßig eher kleinen Bezirk auf den Fildern so bemerkenswert gewesen zu sein, dass man ihn in den Ortsnamen mit einbrachte.
Noch heute besteht die Gemarkung Sillenbuch zu beinahe einem Drittel aus Wäldern, die viele "Großstädter" zur Erholung hier heraus locken. Wer diese Naturidylle mehr als einen Nachmittag lang genießen möchte, dem stehen in Sillenbuch eine Reihe moderner Neubausiedlungen zur Verfügung.

Die Eingemeindung von Sillenbuch war am 1. April 1937.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Sillenbuch ist in der Silberwaldstraße vor der Deutsch-Französischen Grundschule immer Donnerstags von 15.15 - 18.30 h 

Heumaden
Wie in Sillenbuch, so ist und war die Landwirtschaft auch in Heumaden von Bedeutung. Hier lebte man hauptsächlich vom Obst-, Feld-, und Weinanbau. Und das so gut, dass schon im Mittelalter in den Nachbarorten allgemein bekannt war: "In Heumaden ist gut seyn, da wächst Alles." Heute genießen die Heumadener die landschaftlich reizvolle Umgebung ihres Wohnorts.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Heumaden ist in der Bildäckerstraße vor der Katholischen Kirche immer Freitags von 13.30 - 16.00 h

Riedenberg
Der Stadtteil Riedenberg gehört erst seit 1946 zu Sillenbuch und war davor Teilgemeinde von Birkach. Auch dieser Ort hat landschaftlich einiges zu bieten: Große Teile des Naherholungs- und Naturschutzgebietes Eichenhain liegen auf Riedenberger Gemarkung.

Die Haltestellen der Fahrbibliothek im Stadtteil Riedenberg sind immer Dienstags in der Einfahrt zum Augustinum (Florentiner Straße) von 13.30 - 14.30 h und gleich anschließend vor dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in der Richard-Schmid-Straße von 14.45 - 16.00 h

Stuttgart-Mitte

Der heutige Stadtbezirk umfasst im Kern die im 10. Jahrhundert erstmals als "Stutengarten" erwähnte Fläche. Hier entwickelte sich über viele Jahrhunderte hinweg das alte Stuttgart, bevor Anfang des 19. Jahrhunderts aufgrund der Industrialisierung des Mittleren Neckarraumes die eigentliche Siedlungsexpansion einsetzte.

Während des Luftangriffs des Zweiten Weltkrieges wurde dieses historische Zentrum Stuttgarts weitgehend zerstört. Der dem Zeitgeist der 50er und 60er Jahre entsprechende Wiederaufbau des Straßennetzes erfolgte zusammen mit einem auf das Zentrum hin ausgerichteten Ausbau des Straßennetzes. Trotz des zwischenzeitlich eingeleiteten Rückbaus einzelner Verkehrsschneisen ist die im Stadtbezirk Mitte gelegene City von der breiten Theodor-Heuss-Straße, Konrad-Adenauer-Straße und Hauptstätter Straße umgeben.

Sehenswürdigkeiten

Die bekanntesten Bauwerke Stuttgarts sind das im Stadtbezirk gelegene Alte Schloss und das Neue Schloss. Das im Krieg zerstörte und 1946 wieder aufgebaute Alte Schloss beherbergt heute das Württembergische Landesmuseum, das ebenfalls zerstörte Neue Schloss wurde 1958 wieder aufgebaut. Es beherbergt heute Ministerialverwaltungen.

Im Stuttgarter Zentrum befindet sich auch die Stiftskirche, das Zentrum der württembergischen Reformation. Mit dem Schlossplatz und den sich bis an den Neckar hineinziehenden Schlossgartenanlagen, in denen sich auch das Landtagsgebäude sowie das Stuttgarter Opernhaus befindet, besitzt die Stuttgarter City eine der schönsten innerstädtischen Grünanlagen Deutschlands.

Wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum
Mit einer Verkaufsfläche von etwa 300.000 m² in Einzelhandelsgeschäften - überwiegend an die Fußgängerzone angebunden - und rund 100 000 Arbeitsplätzen in Handel, Dienstleistung, Verwaltung und Politik liegt in diesem Stadtbezirk das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum von Baden-Württemberg.

Wohngebiete
Um das Zentrum als attraktiven Wohnstandort aufrechtzuerhalten, wurden seit den 80er Jahren zahlreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. So wohnen heute in unterschiedlich geprägten Wohnquartieren wie dem Bohnenviertel, dem Gerberviertel, Justiz-/Kernerviertel und den südöstlichen Halbhöhenlagen 23.000 Einwohner unterschiedlicher Nationalität.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Stuttgart-Mitte ist vor der Jakobschule in der Jakobstraße 11 immer Donnerstags von 14.00 - 15.00 h

Stuttgart-Süd

Der 1956 in seiner heutigen Form entstandene Stadtbezirk Stuttgart-Süd mit Heslach und Kaltental ist voller Kontraste:

Kaltental
Kaltentals Ursprung liegt in einer kleinen Siedlung, die sich an die im frühen 12. Jahrhundert erbaute gleichnamige Burg anschloss. Die Herren von Kaltental waren zeitweise auch Burggrafen in Stuttgart. Die Burganlage, schon 1318 an Württemberg verkauft, wurde im frühen 19. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgetragen. Allein die ehemalige Meierei aus dem Jahr 1551 erinnert noch an die Burg, an deren Stelle sich heute die katholische St. Antonius-Kirche erhebt. Kaltental, das 1922 nach Stuttgart eingemeindet wurde, wird heute von gepflegter kleinteiliger Wohnbebauung geprägt. Werner Veits Lied von der "Anna Scheufele aus Kaltental" gab übrigens dem jährlich stattfindenden Kaltentaler Heimatfest seinen Namen.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Kaltental ist in der Schwarzwaldstraße 59 - 61 immer Mittwochs von 15.30 - 17.00 h

Heslach
Heslach dagegen war nie eigenständig und wurde von Stuttgart aus als Vorort besiedelt. Erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, leitet sich der Name Heslach vom Haselstrauch ab, der an den Ufern des Nesenbachs einst zu finden war. Landwirtschaft mit Weinbau und Mühlen bestimmte lang das Bild, bis sich Ende des 19. Jahrhunderts auch Großbetriebe ansiedelten, wie die Trikotfabrik Benger, das Camerawerk Contessa oder die Brauerei Stuttgarter Hofbräu. Vor allem aber wurde Heslach zum Stuttgarter Arbeiterwohnort. Aus Anlass des 25jährigen Kronjubiläums von König Karl von Württemberg trug es ab 1889 vorübergehend den Namen Karlsvorstadt. Sehenswert sind das Alte Feuerwehrhaus, die Matthäuskirche, das Generationenhaus Heslach der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung und der Heslacher Friedhof mit der Benckendorff-Kapelle. Ein Höhepunkt in jedem Jahr ist die seit 1973 jährlich stattfindende Heslacher Hocketse, das älteste Stuttgarter Straßenfest, für das der Begriff "Hocketse" einst erfunden wurde.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Heslach ist in der Burgstallstraße 1 - 7 an dem kleinen Spielplatz immer Mittwochs von 13.30 - 15.00 h

Mietshäuser und Villen
Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Stuttgarter Stadterweiterung nach Süden die Lücke in der Bebauung zu Heslach geschlossen. Hohen Mietshäusern in der Talsohle stehen an den Hängen bürgerliche Wohnhäuser mit reich geschmückten Fassaden und Villen gegenüber. Grüne Oasen bilden die Karlshöhe mit der Villa Gemmingen und dem Städtischen Lapidarium, der Weißenburgpark mit dem Teehaus sowie der Fangelsbachfriedhof mit seinen alten Grabmalen und der im Jugendstil gehaltenen Markuskirche.

Verkehrswege
Während der Nesenbach, nur in einem kleinen Abschnitt wieder oberirdisch, auf rund 4,5 Kilometer Länge durch den Stadtbezirk fließt, verläuft die Bundesstraße 14 glücklicherweise einen Großteil ihres Wegs im Tunnel. In Kontrast zum neuen Verkehrsweg steht die steile Alte Weinsteige, seit dem 14. Jahrhundert eine wichtige Verkehrsverbindung nach Tübingen. An ihre Stelle trat im frühen 19. Jahrhundert die von Etzel errichtete Neue Weinsteige.

Vaihingen

Die erste Erwähnung Vaihingens stammt aus der Zeit um 1100, als es im Besitz der Grafen von Calw war. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam der Ort zum Königreich Württemberg und zählte etwa 1.300 Einwohner. Seit der Eingemeindung ist er der flächengrößte Bezirk Stuttgarts. Dank der guten Anschlüsse an die öffentlichen Verkehrsmittel, an die überörtlichen Straßen, an den Flughafen und der günstigen Infrastruktur ist Vaihingen ein bevorzugtes Wohn-, Arbeits- und Bildungsgebiet.
 
Geschichte bis zur Nachkriegszeit
Die 1879 fertiggestellte Eisenbahnlinie Richtung Horb und die Filderbahn machten Vaihingen zum Verkehrsknotenpunkt auf der Filder und ermöglichte eine stürmische Entwicklung im gewerblichen Bereich und bei der Bevölkerungszunahme. Zahlreiche namhafte Firmen ließen sich hier nieder.
Im Zuge der Zeitverhältnisse vereinigten sich am 1. Oktober 1936 Vaihingen und Rohr. Beide Gemeinden wurden am 1. April 1942 nach Stuttgart eingemeindet. Der landschaftlich reizvoll gelegene Stadtteil Büsnau entstand nach dem zweiten Weltkrieg, als sich Flüchtlinge aus der Bukowina hier eine neue Heimat schufen. Zur Linderung der Wohnungsnot wurde Ende der 50er Jahre der Stadtteil Dürrlewang aufgesiedelt.
 
Vom Industrie- zum Gewerbestandort
Der Wandel vom Gewerbe- und Industriestandort zum Dienstleistungsstandort ist die augenfälligste Veränderung der vergangenen Jahre. Begünstigt wurde dies durch die Tatsache, dass die Universität Stuttgart seit 1957 den Uni-Campus Pfaffenwald entwickelte. Dazu gesellten sich die Institute der Fraunhofer Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, die Hochschule Druck und Medien und das Bildungszentrum der Telekom. Vaihingen ist heute der Bildungsstadtbezirk innerhalb der Landeshauptstadt, was sich positiv auf die Arbeitsstättensituation auswirkt. Die rasante Entwicklung im Stuttgarter Engineering Park (StEP) bestätigt dies.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Lauchäcker ist in Lauchhau in der Stiftswaldstraße immer Montags von 14.00 - 14.30 h

Büsnau
Die Geschichte des heutigen Stadtteils Büsnau ist noch jung. Obwohl schon 1109 erstmals urkundlich erwähnt, erlosch die Siedlungsgeschichte Büsnaus im Mittelalter. Seit 1448 württembergisch, beherbergte es nacheinander einen Viehhof, Guts- und Gestütshof. 1931 begann der Neuaufbau.

Einen ungeahnten Aufschwung in der Nachkriegszeit lösten vertriebene Deutsche vor allem aus der Bukowina aus. Sie schufen sich mit beispielhaftem Einsatz in Büsnau eine neue Heimat.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Büsnau ist auf dem Büsnauer Platz bei der Schule immer Montags von 14.45 - 15.45 h

Dürrlewang
Die große Wohnungsnot der Nachkriegszeit führte Mitte der 1950er Jahre zur Planung und zum Bau des Neubaugebietes Dürrlewang. Evangelische und Katholische Gemeindezentren und eine Reihe von Einzelhandelsgeschäften bilden eine ausgewogene Struktur, wodurch es sich im Stadtteil Dürrlewang angenehm wohnen lässt.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Dürrlewang ist in der Galileistraße bei der SSB-Haltestelle immer Dienstags von 16.00 - 17.30 h

Rohr
Die Ortsgeschichte von Rohr lässt sich bis ins Jahr 1271 zurückverfolgen. Seit 1400 zu Württemberg gehörend, war Rohr immer wieder Ausgangspunkt herrschaftlicher Jagden in den Schönbuch. Der wirtschaftliche Aufschwung setzte auch in Rohr nach dem Bau der Gäu- und Filderbahn ein. 1936 wurde Rohr mit 2108 Einwohnern nach Vaihingen eingemeindet.

Wangen

Am 8. März 1229 erscheint Wangen erstmals - zusammen mit Stuttgart - in einer Urkunde des Papstes Gregor IV. für das Kloster Bebenhausen. Besiedelt war der Ort aber schon zur Zeit der Kelten und Alemannen. Etwa um 1130 dürfte er zum Haus Württemberg gekommen sein.
 
Die verkehrsgünstige Lage im Neckartal, an der Strecke nach Esslingen und Ulm, brachte Jahrhunderte lang Vorteile oder - in Kriegszeiten - das Gegenteil. Wegen der regelmäßigen Überschwemmungen durch den Neckar lag das alte Dorf an erhöhter Stelle, überragt von Michaelskirche und Friedhof.
 
Vom Industrie- zum Handels- und Dienstleistungsstandort
Während die Handwerker Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts auch in den Nachbarorten zunehmend Aufträge fanden, ging die Ansiedlung von Industrie, selbst nach der Eingemeindung, nur sehr zögernd voran. Erst als der Neckar zur Schiffbarmachung kanalisiert (bis Ende der 20er Jahre) und das Hochwasser gebannt war, entstanden erste bedeutende Industriebetriebe, u.a. Kodak. Bis dahin war der Wohnungsbau jedoch schneller gewachsen, so dass sich eine Trennung zwischen Wohn- und Gewerbegebieten ergab. Ab 1950 wurde dann allerdings die gesamte ebene Markungsfläche im Neckartal rasant beansprucht durch Industrie, Gewerbe, Großmarkt (1957), Neckarhafen (1958) und Bundesstraße 10. Derzeit hat sich der frühere Industrievorort bereits wieder gewandelt. Es gibt fast keinen Produktionsbetrieb mehr; angesiedelt haben sich Handels-, Dienstleistungs- und High-Tech-Unternehmen.

Sehenswürdigkeiten
Sehenswert ist die Michaelskirche, die um 1250 erbaut wurde und eine der ältesten Kirchen in Stuttgart ist. Von der romanischen Wehrkirche ist außer der Mauer noch der Chorturm fast original erhalten. Dagegen wurde das Kirchenschiff mehrfach erweitert und verändert. Nach einer grundlegenden Restaurierung 1999/2000 präsentiert sich die Kirche innen wieder nach dem Stand von 1903. Benachbart liegt der Friedhof, in seinem alten Teil mit einigen sehr alten Gräbern.
In der Ortsmitte findet man die Kelter aus dem Jahr 1713 mit einer beachtlich großen, freitragenden Dachkonstruktion (geöffnet mittwochs zum Wochenmarkt). Ein Spaziergang durch Wangen führt auch an einigen alten Fachwerk- und Jugendstilhäusern vorbei.

Naherholung im wahrsten Sinne bieten Wangener Berg und Wangener Höhe mit Spazierwegen durch Gärten und Weinberge, mit Aussichtsplätzen und Gartenwirtschaften.

Die Eingemeindung von Wangen war am 01.April 1905.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Bezirk Wangen ist in der Ulmerstraße 334 bei der Kelter immer Montags von 16.00 - 17.30 h

Weilimdorf

Auch wenn Weilimdorf erstmals 1243 urkundlich genannt wird, reichen die Siedlungsspuren einige tausend Jahre zurück. Das ertragreiche Ackerland lieferte die Grundlage für das frühere Bauern- und Weingärtnerdorf.
Das Weilimdorfer Wappen zeigt die Kirche in der Dorfmitte und erinnert an die über 500 Jahre lange Verbindung mit der Universität Tübingen.
 
Geschichte
Der Wandel vom Bauerndorf zum Gewerbestandort hat sich im 20. Jahrhundert vollzogen. Seit 1926 ist Weilimdorf durch die Straßenbahn mit Feuerbach verbunden. 1929 erfolgte - nach überwältigender Zustimmung der Einwohnerschaft - der freiwillige Zusammenschluss mit der damaligen selbständigen Stadt Feuerbach. Am 1. Mai 1933 wurde Feuerbach-Weilimdorf in die Stadt Stuttgart eingemeindet. In der Nachkriegszeit entstanden die Stadtteile Bergheim, Hausen und Giebel.

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Hausen ist auf dem Fasanenplatz gegenüber der Grundschule immer Donnerstags von 15.45 - 16.30 h

Die Haltestelle der Fahrbibliothek im Stadtteil Giebel ist auf dem Ernst-Reuter-Platz immer Montags von 16.30 - 18.00 h

Weilimdorf heute
Heute bietet der Stadtbezirk seinen Bewohnern einen hohen Wohn- und Freizeitwert und ist mit einem der modernsten Gewerbeparks Standort für internationale Betriebe und Dienstleistungsunternehmen.

Ein besonderes Kulturdenkmal ist die Solitudestraße. Diese schnurgerade Verbindung zwischen dem Schloss Solitude und dem Schloss Ludwigsburg bildete bereits 1820 die Basis für die Landesvermessung in Württemberg.

Seit dem Jahr 2000 steht auf dem Grünen Heiner die erste Windkraftanlage in der Landeshauptstadt Stuttgart.
 

letzte Änderung am 20.02.2017