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Katinka Emminger, neue Direktorin der Stadtbibliothek

Katinka Emminger, neue Direktorin der Stadtbibliothek

Katinka Emminger wird neue Direktorin der Stadtbibliothek Stuttgart. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 23. Mai beschlossen.

Sie wird ihre neue Stelle ab 1. Juni antreten. Seit der Eröffnung der Stadtbibliothek am Mailänder Platz ist Katinka Emminger Mitglied des sechsköpfigen Direktionsteams.

Erster Bürgermeister Dr. Fabian Mayer begrüßt die Entscheidung des Gemeinderats: „Die Stadtbibliothek Stuttgart leistet als größte Einrichtung des Kulturamts einen bedeutenden Beitrag für alle Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger. Sie hat sich auch auf internationaler Ebene den Ruf erarbeitet, eine der wichtigsten Bibliotheken zu sein. Ich kenne Frau Emminger aus ihrer bisherigen Arbeit für die Stadtbibliothek und bin davon überzeugt, dass sie die Stadtbibliothek Stuttgart hervorragend in die Zukunft führen wird.“

Katinka Emminger verbindet das neue Amt mit einem Auftrag, dem sie sich mit Freuden stellt: „Ich trete ein großes Erbe an und übernehme ein strahlendes Haus mit einem starken Netz an Stadtteilbibliotheken. Meine Vorgängerin Christine Brunner durfte ich über lange Jahre als geschätzte Vorgesetzte und wunderbare Kollegin erleben. Ihr sehr erfolgreicher Weg, die Stadtbibliothek als geistiges und kulturelles Zentrum der Stadtgesellschaft zu etablieren, inspiriert mich – ich werde ihn kontinuierlich fortsetzen."

Foto Katinka Emminger: Günther Marsch

Die neue Bibliotheksdirektorin sieht fünf wichtige Orientierungsmarken für die Stadtbibliothek Stuttgart in der Zukunft:

  1. Die Bibliothek als lebendigen Ort der Stadtgesellschaft und Partner für zivilgesellschaftliches Engagement festigen: Jede Gemeinschaft trägt bereits das in sich, was sie als Gemeinschaft benötigt, sagen John McKnight und Peter Block in ihrem Buch „The Abundant Community“. Die Förderung von freiwilligen, selbstorganisierenden Strukturen, die diese Gaben offenbaren, und die Möglichkeit, die Ergebnisse und Kenntnisse zum größten gegenseitigen Nutzen zu teilen – dafür ist die Bibliothek der perfekte Partner.

  2. Die Bibliothek als Ort für Kinder stärken: Mit interaktiven und partizipativen Angeboten werden Kinder im selbstbestimmten und souveränen Umgang mit allen Medienarten gestärkt und ihre Neugier auf Literatur und Wissen geweckt: Kinder sollen von Beginn an mit allen Sinnen erfahren, dass die Welt ein spannender Ort ist, den es zu erkunden gilt.

  3. Die Bibliothek als kompetenten Partner für die digitalen Herausforderungen auch weiterhin positionieren und die digitale Mündigkeit fördern: Bereits seit 25 Jahren schaut die Stadtbibliothek Stuttgart unter dem Begriff „digitale Lesekompetenz“ unter die glänzenden Medienoberflächen. Sie thematisiert die Nutzungsqualitäten und Auswirkungen der digitalen Medien sowie die gesellschaftlichen und persönlichen Konsequenzen. Ein kritischer und auch kreativer Umgang mit Technologie als Gegenpol zum gedankenlosen Konsumieren ist wichtiger als je zuvor.

  4. Die Bibliothek als Ort der Kultur und Kulturen leben: Die Literatur ist wichtig für die kulturelle Identität der Menschen und der Austausch darüber ein Weg zum guten Miteinander.

  5. Die Bibliothek als Ort für Chancengerechtigkeit gestalten: Die Kluft muss kleiner werden – zwischen armen und reichen Menschen, zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, zwischen bildungsfernen und gut ausgebildeten Menschen.

 

 

Biografie:

Katinka Emminger wurde 1971 in Stuttgart geboren. Sie wuchs in Stuttgart-Untertürkheim auf und besuchte bereits mit vier Jahren die Vorlesestunde der dortigen Stadtteilbibliothek. Später wurde sie ein sogenanntes Bücherkind und half beim Einsortieren der Medien. Ihr Traumberuf war Meeresbiologin, doch die damalige Stadtteilbibliotheksleiterin begeisterte sie für den Beruf der Bibliothekarin.

Im Rahmen ihres Studiums von 1990 bis 1993 an der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen knüpfte Katinka Emminger Kontakte zur Bibliothek in Everett in den USA, in der Nähe von Seattle. Dort beeindruckte sie besonders, dass sich die Bürgerinnen und Bürger nicht als bloße Nutzer, sondern als aktive Partnerinnen und Partner der Bibliothek sahen.

1994 begann Emminger ihre berufliche Laufbahn in der Mediothek im TREFFPUNKT Rotebühlplatz, die bis 2010 als Probebühne der Stadtbibliothek Stuttgart für neue Medien und Techniken galt. 1997 wechselte sie in die Fahrbibliothek und widmete sich vor allem der Leseförderung von Kindergarten- und Grundschulkindern. Zudem arbeitete sie beim Europäischen Projekt FESTIVAL mit, in dem regionale schriftlich niedergelegte Legenden modern umgesetzt wurden – grafisch, erzählerisch und mit digitalen Medien.

Ab 2000 leitete sie den neuen Recherchedienst der Stadtbibliothek Stuttgart „Recherche à la Carte“ und wurde Mitglied im Planungsstab der Bibliothek 21. 2007 nahm sie auf Einladung der amerikanischen Regierung am internationalen Programm „Bridging Cultures“ teil und übernahm ein Jahr später die Leitung des Zentralen Medieneinkaufs der Stadtbibliothek Stuttgart. Seit der Eröffnung der Stadtbibliothek am Mailänder Platz ist sie Mitglied des sechsköpfigen Direktionsteams. Bis vor kurzem leitete sie die Zentralen Dienste wie Personalplanung, Finanzen, Ausbildung, Feedback und Service, Bibliothekskatalog und Intranet. Ab Juni 2019 ist sie die neue Direktorin der Stadtbibliothek Stuttgart.